Feldpost 25: Pappi Rußland bum, bum

Die Feldpostbriefe des Martin Wilhelm Schumacher
von der Ostfront an seine Frau und Tochter.

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Martin Wilhelm Schumacher (1906-1944)
Martin Wilhelm Schumacher (1906-1944)
Im Osten, den 11.8.44

Liebe Anni u. Moni!

Gestern erhielt ich 3 Briefe von dir und zwar vom 24., 27, und 29.7. Du kannst dir denken wie gross die Freude bei mir war und deshalb will ich auch gleich Antwort geben. Es ist gut, daß du dich mit unserem Glück so eingehend beschäftigst und der Lohn dafür bleibt ja auch nicht aus, denn wenn fremde Leute sich lobend über den Kr### aussprechen, dann ist der Lohn ja schon da. Immer hadere ich mit dem Schicksal, das mich das Heranwachsen nicht miterleben läst. Ganz und gar bin ich auf deine Briefe und Berichte angewiesen. Denke bitte immer daran. Ich kann das Stimmchen nicht vergessen, Das beim Abschied auf dem Bahnhof Kitzbühel sagte: „Pappi Rußland, bum, bum“ und bumste es im Augenblick auch wieder ganz nett. Also Sägespäne für eure „Hasen“ habt ihr geholt. Sind es nicht Kaninchen ihr „Rumverdreher“? Früher nanntest du andere Vögel auch „Raben“. Monilein wird ja darüber grosse Freude haben. Also vor dem Gewitter fürchtet sich die kleine Kröte. Ich glaube gern dass es dir schwer fallen wird mit gutem Beispiel voranzugehen. Du bist früher ja auch bei einem Gewitter nicht von meiner Seite gewichen. Hast du schon weitere Nachricht von deiner Mutter erhalten? Hoffentlich ist der Unfall nicht zu schlimm und vielleicht bietet sich jetzt die Gelegenheit, dass sie dich mal aufsuchen kann. Deinen letzten Brief schriebst du in Kitzbühel. Dass die Beihilfe gestrichen wurde ist ja mies. Vielleicht lässt sich doch noch etwas machen. Nach #### habe ich vor 14 Tagen geschrieben. Hoffentlich lebt der Leutnant noch. Die Post muss fort deshalb Schluß.
In den nächsten Tagen mehr. Drückt weiter die Daumen und seid für heute wieder tausendmal gegrüsst und geküsst von
Eurem Pappi

Zum letzten Brief: Haltet die Daumen!